Neue Arbeitsumfelder lassen Umdenken | Nespresso Professional

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Neue
Arbeitsumfelder:

Wie der Arbeitsplatz die
Zusammenarbeit
beeinflusst

Welche Bedeutung hat das Büro in Zeiten von Homeoffice und Remote Working noch? Eine wichtige Frage, findet die Londoner Architektin und Wissenschaftlerin Dr. Kerstin Sailer. Denn das Büro ist der Ort, an dem Menschen aufeinandertreffen und zusammenarbeiten.

Die Renaissance der Bürofläche Technologien haben die Arbeitsweise von Menschen grundlegend verändert. Mobil, agil und unabhängig heißt das Credo. Nun könnte man meinen, dass auch der altgediente physische Arbeitsplatz ausgedient hat. Weit gefehlt. Stattdessen erleben Büroflächen eine Renaissance. Besonders Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley überbieten sich mit immer größeren, beeindruckenden Neubauten. Woran liegt das?

Die Renaissance der Bürofläche Technologien haben die Arbeitsweise von Menschen grundlegend verändert. Mobil, agil und unabhängig heißt das Credo. Nun könnte man meinen, dass auch der altgediente physische Arbeitsplatz ausgedient hat. Weit gefehlt. Stattdessen erleben Büroflächen eine Renaissance. Besonders Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley überbieten sich mit immer größeren, beeindruckenden Neubauten. Woran liegt das?

Und Nespresso liefert dazu überraschende Zahlen. In einer Umfrage unter 1.000 deutschen Büroangestellten sagten 77 Prozent der Befragten, dass persönliche Interaktionen für die Entwicklung guter Arbeitsbeziehungen entscheidend sind. 90 Prozent hielten sinnvolle Beziehungen zu Kollegen für wichtig, um qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten. Kerstin Sailer: „Solche Interaktionen und Beziehungen geschehen nicht nur durch Zufall, sondern der Raum prägt die Art, Häufigkeit, Dauer und das Auftreten von Begegnungen zwischen Menschen.“

Gebäude bringen Menschen zusammen – und trennen sie Gebäude sollten als „Mechanismen" betrachtet werden, die Menschen zusammenzubringen oder voneinander trennen, sagt Kerstin Sailer. Das klingt abstrakt, aber schauen Sie sich in Ihrem Büro einmal um. Wie ist Ihr Arbeitsumfeld gestaltet? Haben Sie einen zugewiesenen Schreibtisch? Oder wählen Sie je nach Aktivität jeden Morgen einen neuen? Wie viele Leute gibt es um Sie herum? Ist es leicht, andere zu erreichen und wichtige Gespräche einfach mitzuhören? Oder sitzt man relativ ruhig und ungestört? Oder wenn Sie einen Kaffee holen, an wem kommen Sie dann vorbei? Treffen Sie in den Treppenhäusern auf Kollegen, in der Kaffeeküche, auf dem Gang? Und wen sehen Sie? Kollegen, die Sie bereits kennen oder neue Gesichter?

Dr. Kerstin Sailer

Das sind nur einige Aspekte, die einen Einfluss darauf haben, wie Menschen im Büro interagieren. Es zeigt, wie unsere physische Position in einem Gefüge aus Räumen und Wegen diesen Prozess beeinflusst. Die Wahrscheinlichkeit, auf Menschen zu stoßen und mit ihnen zu sprechen, ist buchstäblich in die Gestaltung des physischen Arbeitsraums integriert.

Bei diesen zufälligen Begegnungen und Bürogesprächen geht es natürlich nicht immer nur um arbeitsbezogene Themen. Manchmal tauschen sich die Mitarbeiter über Fußball, das Wetter, die neueste Mode oder den gestrigen Tatort aus. In gewisser Weise wird jedoch fast jedes Gespräch zur Bindung beitragen und letztendlich Vertrauen schaffen. So können sich Beziehungen, vielleicht sogar Freundschaften zwischen Mitarbeitern aufbauen. Und das fördert eine offene Unternehmenskultur und sorgt für ein angenehmes Arbeitsumfeld.

Erfolg: Eine Frage der Raumgestaltung Die Gestaltung eines Arbeitsbereichs ist entscheidend für den Aufbau sinnvoller Beziehungen zu Kollegen. Die Londoner Architektin und Wissenschaftlerin Dr. Kerstin Sailer sieht in diesem Punkt durchaus die Unternehmen in der Pflicht: „Eine qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten, ist nicht nur eine Frage Ihrer Persönlichkeit oder Ihres Arbeitsstils. Sie ist auch geprägt von den Möglichkeiten, die Ihr Unternehmen mit der physischen Gestaltung des Büros dafür bietet.“ Und das muss nicht immer ein aufwendiger Neubau sein. Schon kleine Ideen können zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. Zum Beispiel eine gut erreichbare Kaffee-Ecke, die Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmensbereichen zusammenbringt oder ein Bürokonzept wie das Hot-Desking.

Kaffee steht neben dem Arbeitslaptop

Hot-Desking: Sharing is caring? Wenn Mitarbeiter zu unterschiedlichen Zeiten oder an unterschiedlichen Orten arbeiten, ist ein eigener Schreibtisch oft überflüssig. Stattdessen setzen immer mehr Unternehmen auf Hot-Desking, also das Teilen von Arbeitsplätzen. Google macht es natürlich – die Lufthansa, Siemens und der ADAC aber auch. Und das nicht nur, um an Büroeinrichtung zu sparen – sondern auch mit Blick auf positive Effekte für die Unternehmenskultur. Wo liegen die Vor- und Nachteile?

Nur 12 Prozent sagen, dass sich Hot-Desking etabliert hat. Ist Hot-Desking also ein heißer Trend oder doch eher laues Lüftchen? Ganz aktuell in Deutschland wohl eher Letzteres. In einer Umfrage von Nespresso gaben gerade einmal zwölf Prozent der Befragten an, dass dieses Arbeitsmodell sich bei ihnen etabliert hat.

Der Arbeitsplatz, das ist für viele also immer noch der eigene Schreibtisch. Dazu passt, dass Kerstin Sailer in eigenen Untersuchungen herausgefunden hat, dass Mitarbeiter 44 Prozent ihrer Arbeitszeit am eigenen Schreibtisch verbringen. Die Personen, mit denen sie dabei am häufigsten kommunizieren, befinden sich laut Sailer meist in einem Radius von zehn bis 22 Metern rund um den eigenen Schreibtisch – sind also Sitznachbarn. Denn trotz der technischen Möglichkeiten wird immer noch sehr viel face-to-face kommuniziert. Und das meist spontan.

Die Sitzordnung hat also eine enorme strategische Bedeutung. „Das wird von vielen immer noch unterschätzt“, so Kerstin Sailer. Oftmals würden Kollegen aus den gleichen Bereichen zusammensitzen. Das sei nicht unbedingt förderlich für das Unternehmen. „Arbeitnehmer tendieren generell dazu, am häufigsten mit Kollegen aus dem eigenen Bereich zu interagieren“, erklärt die Wissenschaftlerin.

„Ähnliche Aufgabenfelder, ähnlicher Hintergrund, ähnliche Persönlichkeit – das verbindet und kann zu Silodenken führen.“ Um Silodenken zu verhindern, empfiehlt die Arbeitsplatz-Expertin eine gemischte Sitzordnung. Sie nennt das „Non-Correspondence Model“. Dabei sitzen Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen zusammen. So kann der Austausch und damit auch die Produktivität bewusst gefördert werden.

Das Non-Correspondence Model Wie das „Non-Correspondence Model“ in der Praxis aussehen kann? Statt Mitarbeiter desselben Bereichs werden Mitarbeiter unterschiedlicher Bereiche oder Abteilungen zu Sitznachbarn. In Büros mit flachen Hierarchien vielleicht sogar eine Führungskraft und ein Angestellter. So sitzt zum Beispiel ein kreativer Mitarbeiter neben dem Sales-Kollegen und der Controller neben der Marketing-Leitung. Alle in einem Boot (an einem Tisch), das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl, schafft Transparenz und sorgt für das perfekte Arbeitsumfeld zum Erfolg.

Non-Correspondence Model

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