

Das interview : Roger Brennwald
Präsident Swiss Indoors
Wie würden Sie die Zukunftsvision des ultimativen Matchs beschreiben ?
Im Tennis wird 2020 beschlossen, wieder hölzerne Schläger einzuführen, um das Hochgeschwindigkeitstennis zu bremsen. Der Jungsenior Roger Federer (39) freut sich über diese Massnahme. Des Schweizers Ballgefühl ist auch mit dem Wilson-Racket aus Erdbeerenholz outstanding, einmalig. Der New Yorker John McEnroe gibt den Rücktritt vom Rücktritt. Als Linkshänder wird er Federer gefährlich, zumal der Amerikaner noch die Kondition und das Laufvermögen von Rafael Nadal dank neuer Retortentechnik ausleiht. Um den Federer-Traumgegner endgültig zur coolen Figur zu machen, werden ihm noch Gene des Schweden Stefan Edberg eingepflanzt. Der so umgebaute John McEnroe wird für Federer zu einem harten Gegner. Beide zeigen Traumtennis. Im Champions-Tiebreak des 5. Satzes entscheidet ein Netzroller. Beide Stars reichen sich die Hand am Netz und beschliessen, das Preisgeld für das Hilfswerk „Kinder in Not“ zu spenden. Die 15’000 Zuschauer in der endlich umgebauten St. Jakobshalle spenden stehend eine Ovation.
Können Sie uns von diesem Turnier einige Highlights der vergangenen 40 Jahren erzählen ?
Früher hatte ich mehr Zeit, an die Turniere zu reisen. Das war auch der Fall, als es darum ging, den Schweden Björn Borg erstmals zu verpflichten. Ich bin damals an einem Turnier zu ihm in die Kabine gegangen und habe mit dem „Eisborg“ gesprochen. Er sagte in Obama-Manier „Yes, we can“ und hat sein Wort nachher gehalten. Der Schwede war eine grosse Persönlichkeit und hat das Tennis als Zuschauersport, auch am Fernsehen, stark gefördert. Auf die Folter spannte uns das Jahr 2003, als der Argentinier David Nalbandian 80 Minuten vor dem Final gegen Landsmann Guillermo Coria Forfait erklärte. Die Halle war gefüllt mit 9’000 Zuschauern. Wir suchten Ersatz. Roger Federer war in Basel, aber am Rücken verletzt, er konnte uns nicht helfen. Die meisten Spieler waren schon nach Paris-Bercy weitergereist. Da haben wir im Kanton Schwyz den Schweizer Jean-Claude Scherrer aufgestöbert. Wir haben ihn zu einem regionalen Flugplatz geschickt. Dort fand gerade ein Autorennen statt, das unterbrochen werden musste für die Landung und den Abflug des Helikopters. Der Spieler landete umgezogen in Basel hinter der Halle und stand fünf Minuten später auf dem Center Court im Einsatz. Starke Gefühle hatte ich 2002 und 2001. Roger Federer stand zweimal im Endspiel, das damals noch Über Best of Five lief. Er unterlag zuerst dem Schweden Thomas Enqvist, ein Jahr später dem Engländer Tim Henman. Federer weinte Tränen der Enttäuschung. Da habe ich gedacht. „Mensch, der kann unser Turnier nie gewinnen, zuviel Druck für den einheimischen Spieler.“ Glücklicherweise fand der Federer-Express später in Basel die Champs Elyssées zum Erfolg.
Was sind Ihre Hoffnungen und Erwartungen für das diesjährige Swiss Indoors Turnier ?
Ein Jahr vor dem 40-Jahr-Jubiläum (2010) haben die Swiss Indoors als neues Premium-Turnier der Formel-500 eine historische Plattform der Zukunft betreten. Die Reform-Agenda in der Tour favorisiert die Stärken der Starken, erfreulich, dass Basel dazugehört zu den 20 wichtigsten Events. Als drittgrösstes Hallenturnier der Welt bilden wir für die Schweiz den Brückenkopf zum Welttennis. Es ist natürlich ein Privileg, mit einem Ausnahmekönner wie Roger Federer zusammen zu arbeiten. Der Weltranglistenchef und beste Professional der Open-Ära bereichert Tradition Basel, nach der im Laufe der Jahre alle Weltnummern 1 in der St. Jakobshalle angetreten sind. Diese porentiefe Verankerung des Turniers bei den Spielern erklärt mit den Erfolg des Schweizer Tennishöhepunktes. Im Zentrum steht der sportliche Gehalt, dazu die vielfältigen Dienstleistungen an die Zuschauer. Die 70’000 Besucher als Gesamtsumme sind eine phantastische Zahl. Sie belegen zusammen mit den TV-Übertragungen in rund 200 Länder die Popularität der Swiss Indoors, die zahlreichen Weltmarken eine werbliche Plattform bieten. Dieses Miteinander, der Respekt im Partnerverkehr, ist ein Wunsch auch für das heurige Turnier. Ob Roger Federer das Turnier als erster Professional viermal gewinnt, das wissen die Tennisgötter. Für den Superstar gilt das Gleiche wie für das Organisationskomitee mit rund 900 Mitarbeitern: Wer seriös arbeitet, ist vor dem Erfolg nicht sicher.
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